National Sections of the L5I:

Vom Widerstand zur Revolution

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In den letzten fünf Jahren ist eine neue Massenbewegung entstanden. Sie ist unter vielen Namen bekannt - als “globalisierungskritisch”, “Globalisierungsgegner”, “anti-kapitalistisch”. Sie nennt den Kapitalismus oder seine aktuelle Ausprägung als prinzipielles Hindernis für die Menschheit. Bis zu einem gewissen Grad stimmen ihre VertreterInnen darin überein, wogegen sie sind. Aber die Bewegung hat keine gemeinsame Auffassung, wofür sie eintritt.

Zugleich haben Teile der Arbeiterbewegung begonnen, ihre tradierten “sozialistischen”, “kommunistischen” oder gewerkschaftlichen Führungen in Frage zu stellen. Viele dieser Parteien haben sich dramatisch nach rechts bewegt, neoliberale Angriffe und imperialistische Kriege unterstützt oder angeführt.

Gleichzeitig haben die alten links-reformistischen Gegenkonzepte in der aktuellen Krisenperiode des Kapitalismus ihre Anziehungskraft zurecht verloren. Auch von dieser Seite wird die Frage nach einer Alternative zum Reformismus aufgeworfen.

Kurzum: eine offene und demokratische Debatte ist notwendig, um die Ziele, die Strategie, die politische Taktik - also um das Programm, der Arbeiterbewegung, der Jugend, der anti-kapitalistischen Bewegung.

In den letzten Monaten haben die verschiedenen Flügel der anti-kapitalistischen Bewegung begonnen, solche Antworten vorzulegen. Die (Neo)reformistInnen um attac, um die reformistischen Parteien und Gewerkschaftsführungen trommeln für ihr utopisches Programm eines “regulierten” Kapitalismus. Die AnarchistInnen und die kleinbürgerliche Linke propagieren ein Zurück zum utopischen Sozialismus. Die meisten subjektiv revolutionären Organisationen haben Programme vorgelegt, die eine Versöhnung von revolutionärem Marxismus und “ehrlichem” Reformismus versprechen.

Unsere Strömung – die Liga für die Fünfte Internationale – begrüßt diese Debatte. Sie ist notwendig, weil sie die richtigen Fragen aufwirft. Aber bislang gibt es keine konsequenten, systematischen revolutionären Antworten, die einen Weg von den aktuellen Kämpfen gegen die Angriffe auf die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten, gegen Krise und Krieg hin zum Kampf für die sozialistische Revolution aufzeigen.

ReformistInnen und AnarchistInnen, kleinbürgerliche Radikale und die Prediger der “Zivilgesellschaft” eint bei allen Differenzen eines: die Arbeiterklasse soll sich nicht zum Zweck der Machtergreifung und zur Errichtung ihrer Herrschaft organisieren.

Wir gehen vom Gegenteil aus. Die Lösung der Probleme der Menschheit liegt in der Errichtung der Herrschaft der Arbeiterklasse, in der sozialistischen Weltrevolution. Nur so ist der Übergang zu einer klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft möglich. Ein solches Programm wollen wir hier vorstellen – ein Programm, das einen Weg aufzeigt zur Errichtung der Macht der Arbeiterklasse auf dem ganzen Planeten.

Martin Suchanek, Berlin, Oktober 2003